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Viele Frauen kennen diese Beschwerden: Heftige Schmerzen vor und während der Regel, häufige und unklare Bauchschmerzen, oft kombiniert mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Diese Symptome können Anzeichen sein für eine Endometriose, eine Erkrankung, von der rund 20% aller Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter betroffen sind. Trotz dieser Häufigkeit ist die Krankheit relativ unbekannt.
Deshalb hat das Landesnetzwerk Endometriose eine Selbsthilfegruppe von und für betroffene Frauen zum Tag der Endometriose aufgerufen. Landesweit werden heute verschiedene Aktionen rund um die Aufklärung zu dieser häufigen aber unbekannten Krankheit gestartet. Die Palette reicht von Vorträgen in verschiedenen Orten bis hin zu Infoständen. Höhepunkt an diesem Tag ist ein Beratungstelefon von 11 bis 18 Uhr, unter dem Motto: Betroffene beraten Betroffene. Als Zusatzveranstaltung zum Tag der Endometriose wird es eine medizinische Hotline am Montag, 10. 11.2003, von 10 bis 14 Uhr geben. Betroffene Frauen können dort Ärzten der Universitätsfrauenklinik Heidelberg, die sich mit der Erkrankung beschäftigen, unter 06221-567933 ihre Fragen stellen. Die RNZ hat bereits mit Oberarzt Dr. Michael von Wolff und Dr. Christina Thöne über die Endometriose gesprochen:
Was genau ist Endometriose?
Dr. Thöne: Endometriose ist Gebärmutterschleimhaut, die sich außerhalb
der Gebärmutter insbesondere im Bauchraum angesiedelt hat und dort durch
Entzündungsreaktionen und Verklebungen zu Schmerzen führt. Am häufigsten
finden sich Endometrioseherde auf den Eierstöcken und am Darm.
Herr von Wolf, was sind die wichtigsten Anzeichen
für diese Krankheit?
Dr. von Wolff: Die wichtigsten Symptome sind Schmerzen vor und bei der Regel
und immer wieder auftretende und unklare Unterbauchschmerzen. Aber auch unerfüllter
Kinderwunsch kann ein Anzeichen für Endometriose sein.
Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?
Dr. Thöne: Das wichtigste ist eine ausführliche Befragung zur Krankengeschichte
sowie eine Ultraschalluntersuchung und gynäkologische Untersuchungen.
Der Verdacht auf diese Erkrankung kann aber nur durch eine Bauchspiegelung
bestätigt werden.
Wie können Sie betroffenen Frauen helfen?
Dr. Thöne: Die Krankheit ist chronisch, gutartig aber gemein. Aufklärung
unserer Patientinnen steht an erster Stelle. Wichtig ist auch eine individuelle
Behandlung der Betroffenen. Je nachdem, ob ein unerfüllter Kinderwunsch,
Schmerzen oder andere Beschwerden im Vordergrund stehen, kommen operative,
hormonelle, schmerzlindernde aber auch naturheilkundliche Verfahren in Betracht.
Was genau ist die Schwierigkeit bei der Heilung
dieser Erkrankung?
Dr. von Wolff: Das Problem ist, dass die Entstehung bzw. die Ursachen wissenschaftlich
noch nicht definitiv geklärt sind. Es gibt aber trotzdem erfolgversprechende
therapeutische Ansätze.
Was erwartet die Anruferinnnen bei der medizinischen
Hotline?
Dr. Thöne: In erster Linie sollen die Frauen über die Krankheit
informiert werden, des weiteren kann Hilfestellung gegeben werden, ob eine
Vorstellung beim Frauenarzt oder in der Endometriose-Sprechstunde in der Uni-Frauenklinik
sinnvoll ist
Timo Jacobs, RNZ vom 9.11.2003, www.rnz.de
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